Das geheime Prinzip der Kampfkünste ist nicht, den Angreifer zu bezwingen, sondern zu beschließen, einen Zusammenstoß zu vermeiden, bevor er passiert.

Gichin Funakoshi, Karate-Do Kyohan

Geschichte des Karate

Der Vorläufer des Karate entstand vor mehr als eintausend Jahren in China. Der buddhistische Mönch Daruma unterwies seine Schüler im Shao Lin Kloster in Übungen die den Körper kräftigen, ihm Ausdauer und Stärke verleihen sollten. Diese Körperschule wurde zur Kampfkunst weiterentwickelt und Shao Lin Quanfa (Kung Fu) genannt. Chinesen brachten das Quanfa nach Okinawa, wo es sich mit den dort vorherrschenden Kampftechniken des Okinawa-Te vermischte. Im Jahre 1416 wurde durch König Sho Hashi im RyūKyū-Königreich, zu dem Okinawa gehörte, der aufständischen Bevölkerung das Tragen von Waffen verboten. 1609 wurde das Königreich durch die japanischen Feudalherren Shimazu aus dem heutigen Kagoshima erobert. Das Waffenverbot, das über Jahrhunderte aufrecht erhalten wurde, der fehlende Rechtsschutz des Einzelnen, der Mangel eines organisierten Polizeiwesens und die Willkür der japanischen  Feudalherren sowie der ihnen unterstellten Samurai, letztere durften zur sogenannten Schwertprobe ihre Schwerter u.a. an Bauern erproben, förderte die Entwicklung des Okinawa-Te als Möglichkeit der Selbstverteidigung. Meister des Okinawa-Te reisten nach China um sich dort im chinesischen Quanfa weiterzubilden. So entstand aus dem Okinawa-Te das Karate (唐手  = Handtechnik aus dem Land der Tang oder chinesische Hand). Um sich gegen bewaffnete, gut ausgebildete Krieger durchsetzen zu können, wurde Karate dahingehend weiterentwickelt, dass man den Gegner mit einem einzigen Schlag (Ikken hissatsu) kampfunfähig machen oder ihn sogar töten konnte. Dies führte dazu, dass Karate durch die japanischen Machthaber verboten wurde. So wurde Karate von seinen Meistern im Geheimen an ausgewählte Schüler weitergegeben. Mit der Öffnung Japans für die restliche Welt im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts gelangte Karate wieder in die Öffentlichkeit. 1902 wurde Karate offizieller Bestandteil des Schulsports in der Präfektur Okinawa. Gichin Funakoshi (auch Funakoshi Gichin) tat sich bei der Reform des Karate besonders hervor. Er begann Karate zu systematisieren und es der breiten Bevölkerung zugänglich zu machen. Auch sah er Karate nicht nur als Kampfkunst sondern auch als Weg (  = Do) den Charakter zu formen. Er änderte auch die Schreibweise des Karate in (空手  was bei gleicher Aussprache „leere Hände bedeutet). 1922 stellte Funakoshi Gichin Karate im Kodokan (älteste und bedeutenste Judohalle Japans) in Tokyo vor. Dieser Vortrag wurde mit so großer Begeisterung von den Zuschauern und von Jigaro Kano (Erfinder des Judo) aufgenommen, das Funakoshi auf deren Bitten hin in Tokyo blieb und begann im Kodokan und an mehreren Universitäten Karate zu lehren. Funakoshi Gichin gab mehrere Bücher zum Karate heraus und war Mitbegründer der Japan Karate Association, die 1955 mit ihm als Chefausbilder gegründet wurde. Funakoshi Gichin starb 1957. Sein Nachfolger wurde Masatoshi Nakayama, dessen Buch Karate-Do als das Standardwerk des modernen Karate gilt.

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Kokoro wa hanatan koto wo yosu.
Lerne, deinen Geist zu kontrollieren, und befreie ihn dann von Unnützem.

Gichin Funakoshi, Begründer des modernen Karate

Nächster Termine

Sommerfest, 21. Juli 2018

in Nentershausen Bauhaus

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